
2024 | Endlich einmal Schweden
Typ: Hallberg-Rassy Monsun 31
Vom 9. bis 29. August 2024 (629 sm)
Reiseroute: SVUH – Stettin – Swinemünde – Simrishamn – Karlskrona – Tärnö – Vägga – Hanö – Allinge
– Tejn – Svaneke – Snogebaek – Swinemünde – Stettin – SVUH
Crew: Jens + Maresa Otter
Nun war es passiert: im 10. Jahr des Besitzes der Anuschka traten Maresa und Jens den ersten Segeltörn ohne Kinder an. Die „gewonnene“ Freiheit sollten wir später durchaus genießen und ausschöpfen können. Am Freitagabend hieß es in der SVUH Leinen los Richtung Stettin. Die Spandauer Schleuse meinte es gut mit uns, so dass wir die 1. Nacht vor der Schleuse in Lehnitz verbrachten. Am 2. Tag schafften wir es mit zügiger Fahrt bis zum AZS in Stettin, wo wir uns am nächsten Morgen mit etwas Geduld in die Reihe der Mastleger/-steller einreihen mussten, so dass es erst um 14:00 Uhr über das Haff nach Swinemünde gen Miss Sophie et al ging. Beim Hochkreuzen über dem Haff verging die Zeit zügig, aber die Strecke dafür umso weniger. Mit dem letzten Büchsenlicht legten wir dann am „SVUH Stand Nr. 15“ in Swinemünde geleitet durch die Kameraden Lars, Detlef und Mario an.
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Die folgenden 2 Tage war kein Wind angesagt, so genossen wir mit der „SVUH-Familie“ den schönen Strand, das Wetter und das gemeinsame Abendessen. Am 3.Tag hieß es dann endlich „auf nach Bornholm“! Der Wind kam günstig und stetig aus Süd-West und unsere Kameraden ließen es sich nicht nehmen, uns um 5:30 Uhr zu verabschieden. Nach 73sm um kurz vor 17:00 Uhr erreichten wir Rönne (bei einem Schnitt von guten 6 kn pro Stunde). Da kam Maresa die Idee, noch etwas weiter zu Segeln, und da Schweden unser erhofftes, neues Ziel war, ergriffen wir die optimalen Bedingungen und segelten einfach durch bis nach Simrishamn. Wie schön kann doch Fahrtensegeln sein, einen Törn von 105sm auf einer Backe abzufeiern.
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Der nächste Tag stand im Zeichen der Erholung und Ortserkundung. Am Nachmittag legte dann ein Einhandsegler aus dem Rheinland neben uns an, der aus dem Baltikum kam und uns auch von seinen früheren Reisen um Schottland und Skandinavien berichtete. Uns glänzten die Augen, und die Träume, Gleiches gemeinsam irgendwann einmal zu genießen, erhielten neuen Nährboden. Von Simrishamn ging es am übernächsten Tag nach Karlskrona, dem Schwedischen Marinestützpunkt. Die obligatorische Stadtbesichtigung mit Marinemuseum ist lohnenswert, aber der Hafen ist doch recht laut und nicht wirklich schwedische Schärenidylle. Da die Windvorhersage nicht so toll war, verzichteten wir auf den Kalmarsund und fuhren stattdessen nach Tärnö, eine kleine Insel in den schwedischen Süd-Schären. Auf dem Weg dorthin passierten wir die Hasslö-Drehbrücke, welche sich zu festen Zeiten und nach Anmeldung öffnet. Da es ein paar technische Probleme gab, konnten wir die Brücke erst ca. 1,5h später durchfahren.
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In Tärnö fanden wir dann das schwedische Idyll und irgendwo hier mussten auch sicherlich Petersson & Findus wohnen. Leider machte jedoch das einzige Cafe der Insel schon am 18. August zu. Die Insel und der Spaziergang um sie herum war jedoch ein Stopp wert. Das obligatorische, morgendliche Schwimmen am nächsten Tag empfanden wir als extrem erfrischend. Den gefühlten Temperatursturz konnten wir uns überhaupt nicht erklären. Nach einem kurzen Schlag legten wir dann in Vägga an, was kurz vor Karlshamn liegt und bekannt für seine Fischrestaurants und Räucherei ist. Nach einem Stadtspaziergang grillten wir am Abend den gekauften, extrem leckeren Fisch unter einem riesigen Super-Vollmond.
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Von Vägga segelten wir entspannt nach Hanö. Die bekannte Insel für alle Schweden-Segler ist wirklich empfehlenswert. Hier gibt es noch eine richtige Hafenmeisterin (leider stehen ja sonst immer nur die Automaten), die mit viel Engagement und Geschmack den Hafen managt. Sogar die WCs sind mit echten Blumentöpfen versehen. Oben am Leuchtturm der Insel hat man einen herrlichen Ausblick und kann die vorbeiziehenden Segelboote beobachten. Aufgrund der weiteren Wettervorhersage segelten wir bereits am nächsten Morgen nach Allinge. Der Törn wird uns für längere Zeit in Erinnerung bleiben: Zunächst kreuzten wir für mehrere Stunden bei Schietwetter in der Hanö Bucht gen Bornholm, was nicht wirklich viel Strecke brachte. Zudem legte der Wind aus Süd-West in der Passage nach Bornholm immer mehr zu, weshalb wir zweimal refften. Beim zweiten Manöver unter Motor-Unterstützung brach dann der Motorhebel direkt am Stutzen ab. Das spätere Hafenmanöver in Allinge mit Wasserpumpenzange am Stutzen war spannend und gelang unter großer Vorsicht.
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Die Recherche nach einem Volvo-Penta Händler ergab, dass es von den 3 im Internet stehenden Händlern nur noch 1 in Rönne gab, welcher im Herbst 2024 aus Altersgründen und mangels Nachfolger schließt! Wir hatten Glück und konnten uns den letzten Motorhebel bei ihm abholen. Die Fahrt auf der geschützten Ostseite von Bornholm nach Tejn, über Svaneke und schließlich Snogebaek war entspanntes „Havelsegeln“. Allerdings sind die Orte wirklich schön zu besichtigen mit ihren Brauereien, Eisdielen und Cafes.
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Am Vorabend der Passage nach Polen verholten wir uns tief in die Bucht von Nexö. Allerdings blieb die Nacht vor Anker unruhig, weshalb wir weit vor Sonnenaufgang um 4:30 Uhr Kurs nach Swinemünde nahmen. Das Erlebnis der ersten Sonnenstrahlen bei dahingleitender Anuschka ist einfach ein unfassbar schöner Moment. Um 18:00 Uhr legten wir dann nach routinierter Passage im Hafen von Swinemünde an. Am nächsten Morgen ging es gleich weiter nach Stettin, wo wir erstmals nur den Mast legten und gleich weiter bis nach Schwedt fuhren. Am Freitag schafften wir alle 3 Schleusen und das Schiffshebewerk, so dass wir pünktlich zur Pyronale glücklich und zufrieden in der SVUH anlegten.
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Unser Fazit für den Sommertörn 2024 fällt durchweg positiv aus. Wir hatten weitgehend Glück mit Wind und Wetter sowie dem Malheur des Gashebels, so dass wir es erstmals nach Schweden und zurück in 3 Wochen schafften. Die Träumerei die Ostsee weiter und länger zu erkunden, hat mit diesem Törn auf jeden Fall „Rückenwind“ bekommen.
Jens & Maresa Otter